Jesus

In Diskussionen rund um die Ursprünge des Christentums taucht gelegentlich die These auf, Jesus könne einen medizinisch‑rituellen Umgang mit Cannabis geführt haben.

Jesus ein Kiffer?

Ein US‑Forscher, Chris Bennett, behauptet, dass die Formel für das biblische «heilige Salböl» (Exodus 30) reichlich „keneh-bosem“ enthalte – häufig als Rohrkalmus übersetzt, aber etymologisch – und laut Experten – auch als Hanf (Cannabis) lesbar sei. Nach Bennett hätten Jesus und seine Jünger dieses salbenartige Cannabis‑Extrakt in antiken Heil‑ und Einsetzungsritualen verwendet. Damit könnten Wunderheilungen – etwa bei Lähmungen oder Augenleiden – teilweise Wirkungen des Cannabis erklären.

Wissenschaftliche Diskussion

Unterstützt wird diese These von klassisch‑mythologischen Forschern wie Carl Ruck, der im jüdischen und frühen kirchlichen Brauchtum auf eine Verwendung cannabishaltigen Weihrauchs deutet.

Kritiker hingegen betonen, dass direkte Belege fehlen; das Wort «kaneh-bosem» kann auch andere Pflanzen meinen, und die Annahme basiert stark auf spekulativen Übersetzungen. Auch Texte der Frühkirche liefern keine explizite Nennung.

Biblischer und kirchlicher Kontext

Biblisch existiert kein Hinweis darauf, dass Jesus Cannabis geraucht hätte, im Gegensatz zur Erwähnung von Wein, den er ausdrücklich in Ritualen nutzte (z. B. bei der Hochzeit von Kana und beim Abendmahl).

Die katholische und evangelische Kirche lehnt den Freizeitgebrauch von Drogen heute klar ab; medizinischer Einsatz kann hingegen toleriert werden – sofern er sinnvoll, kontrolliert und legal ist.

Fazit

  • These: Das heilige Salböl enthielt möglicherweise Cannabis („keneh-bosem“).
  • Hypothese: Jesus nutzte diese Mixtur in Heilritualen.
  • Belege: Keine eindeutigen historischen Beweise – hauptsächlich sprachliche Auslegung.
  • Kirchenposition: Kein Hinweis auf rituellen Cannabisverbrauch in den Evangelien, heutiger Konsum ist nur medizinisch abgedeckt.

Die These bleibt eine faszinierende Spekulation, aber keine historisch gesicherte Tatsache.